Aktuell
Das Fleischessen
Das Leid der Tiere Tiere leiden in der heute üblichen Massentierhaltung entsetzlich. Schweine zum Beispiel werden dort im wahrsten Sinne des Wortes verrückt und fressen sich gegenseitig Schwänze und Ohren ab. Mutterschweine müssen ihr Leben als Gebärmaschinen in engsten Metallgitterständen verbringen, in denen sie sich noch nicht einmal umdrehen können. Warum? Die in der Massenhaltung verrückt gewordenen Schweine würden ihre eigenen Kinder töten, was in der Natur niemals vorkommen würde. Kuhmüttern nimmt man sofort nach der Geburt ihre Kinder weg und steckt die Kälber in dunkle Einzelboxen. Mütter und Kinder leiden entsetzlich unter dieser erzwungenen Trennung. Warum macht man das? Für die Tierindustrie ist es profitabler, wenn der Verbraucher die Milch der Kühe trinkt als wenn dies die Tierkinder tun (mehr zum Thema Milch). In der dunklen Einzelbox bei hohen Temperaturen haben die Kälbchen ständig Durst. Diesen ständig vorhandenen Durst versuchen die Tiere durch den angebotenen Futterbrei zu löschen, in dem früher sogar die zu Tiermehl verarbeiteten Artgenossen enthalten waren - eine der Ursachen für BSE. Durch das Zwangsmästen nehmen die Tiere rasch an Gewicht zu und können innerhalb kürzester Zeit profitabel vermarktet werden.
Filmdokumente aus Schlachthäusern zeigen, dass im normalen Schlachtalltag in "vorbildlichen" Betrieben Schweine und Rinder mitunter bei lebendigem Leibe zerschnitten werden. Sie erleben ihren Tod und ihr Ausbluten durch den Stich mit dem Schlachtermesser nicht nur bei vollem Bewusstsein mit, sondern müssen den Anfang ihrer Verarbeitung zu Fleisch und Wurst bei vollem Bewusstsein erleben. Der Schlachthausalltag In dem Buch "Slaughterhouse" von Gail A. Eisnitz wurden Schlachthausarbeiter mit einer Erfahrung von insgesamt zwei Millionen Stunden an der Betäubungsbox befragt. Hier einige Auszüge über den Schlachthausalltag:
Tipp: Lesen Sie hier unsere eigenen Schlachthoferfahrungen. Da alle Beteiligten außer den wehrlosen Tieren ihren Vorteil daraus ziehen, funktioniert dieses tierfeindliche System so gut: Profiteure verdienen viel Geld, der Verbraucher bekommt seine Lieblingsspeisen so serviert, dass keine Erinnerungen an die vorhergegangenen Grausamkeiten ihm den Appetit verderben. Falls im Fernsehen "unglücklicherweise" ein Bericht über diese grausamen Tierquälereien laufen sollte, schaltet man lieber ab, weil "man das Leid der armen Tiere ja nicht mit anschauen kann". Am nächsten Tag kauft man dann wieder das Fleisch genau dieser gequälten Tiere, weil "wir ja schon immer Fleisch gegessen haben". Muss denn das, was immer schon so war, ethisch auch richtig sein? Auch Kriege, Sklavenhaltung, Unterdrückung von Frauen, Rassismus etc. gab es schon immer und wurden teilweise in vergangenen Zeiten als völlig normal angesehen. Um Leid und Tod von Mitlebewesen zu rechtfertigen, behauptet die Werbung der Fleischindustrie, dass Fleisch gesund sei und Menschen Fleisch zu einer gesunden Ernährung brauchen. Doch was sagt die Wissenschaft dazu? Professor Dr. Claus Leitzmann vom Institut für Ernährungswissenschaften der Justus-Liebig-Universität Gießen gilt als einer der renommiertesten Ernährungsexperten in Deutschland. In seinem 1999 erschienen Buch über "Alternative Ernährungsformen", das er zusammen mit den Ernährungswissenschaftlern Markus Keller von der Universität Gießen und Dr. Andreas Hahn von Universität Hannover verfasste, steht folgendes wörtlich zu lesen: "In der Vergangenheit wurde die vegetarische Ernährung seitens der Medizin und der Ernährungswissenschaft fast ausnahmslos als >Mangelernährung< eingestuft. Dies lag teilweise auch daran, dass gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse über die ernährungsphysiologische Wirkung einer fleischlosen Kost fehlten und jahrtausendealte Erfahrungswerte nicht akzeptiert wurden. Mittlerweile liegen umfangreiche wissenschaftliche Untersuchungen vor. Diese belegen eindrucksvoll, dass nicht nur - wie früher häufig behauptet - die insgesamt gesunde Lebensweise von Vegetariern (ausreichend Bewegung, weitgehender oder völliger Verzicht auf Alkohol und Nikotin) den guten Gesundheitsstatus bedingt. Sie zeigen ebenso, dass zahlreiche Vorteile direkt auf die Ernährung zurückzuführen sind." Weiter heißt es: "Als Folge ihrer gesünderen Ernährungs- und Lebensweise ist das Risiko von Vegetariern für Diabetes mellitus, Gicht, Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen niedriger. Die Lebenserwartung von Vegetariern ist in der Regel höher als die von Mischköstlern."
Aber nicht nur der Verzehr von Fleisch ist mit einem erhöhten Risiko an Darmkrebs zu erkranken verbunden, sondern auch der von Fisch! Schützend dagegen erwies sich wieder einmal das Produkt pflanzlicher Herkunft: Olivenöl. Wichtigster Faktor bei der Entstehung von Brustkrebs ist die Ernährung. Das berichten amerikanische Forscher im Fachmagazin "Cancer" 2002; 94:272-281. Die Wissenschaftler um William B. Grant verglichen in 35 Ländern verschiedene Risikofaktoren mit der Brustkrebs-Sterblichkeit. Sie fanden heraus, dass Fleischkonsum das Risiko, an Brustkrebs zu sterben, am stärksten erhöht. Auch Alkohol begünstige Brusttumore, schreiben die Forscher. Eine an Gemüse reiche Kost und ausreichend Sonne, ohne sich jedoch zu verbrennen, senke dagegen die Sterblichkeitsrate. Mit den genannten Faktoren konnten die Wissenschaftler rund 80 Prozent der Unterschiede in der Brustkrebs-Sterblichkeit zwischen den Ländern erklären. Das zeige, dass Frauen mit der Ernährung ihr Brustkrebsrisiko am stärksten beeinflussen können, sagen die Forscher. ADA, die größte US-amerikanische Vereinigung von Ernährungsexperten mit rund 70.000 Mitgliedern, kommt zu dem Schluss: "dass eine entsprechend geplante vegetarische Ernährung gesund und ernährungsmäßig ausreichend ist und gesundheitliche Vorteile bei der Vorbeugung und Behandlung bestimmter Krankheiten bietet". "Eine gut geplante vegane oder andere Art der vegetarischen Ernährung ist für jede Lebensphase geeignet, inklusive während der Schwangerschaft, Stillzeit, Kindheit und in der Pubertät." (Details zur ADA-Studie siehe: Schweizerische Vereinigung für Vegetarismus). Fleisch ist also nicht nur für eine gesunde Ernährung unnötig, sondern gilt mittlerweile aus medizinischer Sicht sogar als erhebliches Risiko für tödliche Krankheiten. Was bleibt, ist also nur der kurze Fleischgenuss. Ist dies aber moralisch höher zu bewerten als das Leben eines Mitgeschöpfs, welches noch dazu entsetzlich gelitten hat? Oder gebietet uns nicht die Moral, Mitleid zu haben? Tierschutz hat in Deutschland Verfassungsrang. Der Grundsatz unseres Tierschutzgesetzes (§1) lautet: "Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen." Der Konsum von Fleisch zerstört aber das Leben und das Wohlbefinden der Tiere auf radikalste Weise: Tierschutz fängt daher beim Essen an. Im Januar 2001 waren bereits 8% der Deutschen Vegetarier (FORSA, Umfrage im Auftrag von RTL). Durchschnittlich steigen pro Woche derzeit 4000 Menschen in der Bundesrepublik auf eine fleischlose Ernährung um. Eine Umfrage bei 2000 Jugendlichen ergab im Jahre 2001, dass in 12% aller deutschen Haushalte kein Fleisch mehr gegessen wird. Die Entscheidung für oder gegen Fleischkonsum bedeutet immer das moralisch-ethische Abwägen zwischen einem kurzen Genuss von durch Fleisch und dem Leben oder Tod eines Tieres. Wer aufrichtig sein Gewissen fragt, wird kaum einem Essen einen höheren moralischen Wert beimessen als dem Leben eines Tieres oder Tierkindes. Wir alle gewinnen in einer an moralischen Grundsätzen ausgerichteten Gesellschaft an Lebensqualität hinzu. Der große Philosoph Arthur Schopenhauer sagte: "Mitleid ist die Grundlage der Moral." Helfen auch Sie mit, in unserer Gesellschaft die Achtung vor dem Leben zu fördern. Wir brauchen eine möglichst große Zahl von aktiven Tierfreunden, die bereit sind mit uns zusammen die Öffentlichkeit zu informieren, aber auch finanzielle Mittel um etwas zu erreichen. Helfen Sie durch eine Spende oder eine Fördermitgliedschaft, bringen Sie sich aktiv ein, ändern Sie Ihr Essverhalten und klären Sie andere über die Hintergründe des Fleischessens auf.
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