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1. Wie heißt Ihr Hund,
wie alt ist er, welches Geschlecht hat er, welcher Rasse oder Mischung
gehört er an, seit wann lebt er bei Ihnen und woher haben sie
ihn?
Unser Hund heißt Lucky, wurde im November
1993 geboren, ist ein unkastrierter Rüde und ist wahrscheinlich
eine Mischung aus Podenco und zehn anderen Rassen ("spanischer
Straßenköter"). Er lebt seit April 1994 bei uns,
stammt ursprünglich vom Tierschutzverein D.U.O. Ibiza und kam
über das Tierheim Siegen zu uns. Er landete übrigens nur
bei uns, weil er als Welpe todkrank war und dringend eine private
Pflegestelle brauchte, nachdem eine Tierärztin schlechteste
Prophezeiungen bezüglich seine Überlebenschancen gemacht
hatte.
2. Seit wann füttern Sie Ihren Hund
vegetarisch? Was füttern Sie und was haben Sie vor der Futterumstellung
gefüttert?
Lucky bekommt nun seit 2001 ausschließlich vegetarisches
Futter. Er bekommt Trockenfutter und Selbstgekochtes ("Eintopf",
siehe unten) und auch das, was vom "Menschenessen" übrig
bleibt. Nebenbei gibt es als Leckerchen vegetarische Hundekekse,
gekauft oder selbstgebacken, Knäckebrot, Möhren, Obst,
Kohlrabi, Gemüsestäbchen, Bierhefetabletten u.s.w.. Vorher
bekam er herkömmliches Trockenfutter und Selbstgekochtes ohne
(oder mit sehr geringem) Fleischanteil, auf Dosenfutter habe ich
immer verzichtet.
3. Gab es Schwierigkeiten wie Akzeptanzprobleme
bei der Futterumstellung? Wenn ja, wie haben Sie dieses Problem
gelöst?
Probleme gab es überhaupt keine, Lucky war
es scheinbar völlig egal, ob er etwas mit Fleisch oder ohne
bekommt, Hauptsache, es schmeckt. Ich habe sein Futter einfach von
einem auf den anderen Tag umgestellt, ohne dass es dabei zu irgendwelchen
Schwierigkeiten kam (auch keine Verdauungsprobleme). Aber ich muss
zugeben, dass Lucky, sei er kein Einzelhund mehr ist, sowieso einfach
fast alles frisst, so dass ich es vielleicht überaus einfach
hatte.
4. Warum füttern Sie Ihren Hund vegetarisch und wie
sind Sie an Informationen zur vegetarischen Fütterung gekommen?
Ganz einfach: weil mir alle anderen Tiere genauso
viel wert sind wie unsere Hunde und meine Tierliebe nicht bei den
eigenen Tieren oder bestimmten Tierarten aufhört. Ich war ziemlich
glücklich, als ich erfahren habe, dass es kein Problem ist,
Hunde vegetarisch zu ernähren, aber auch ärgerlich, dass
ich es erst so spät erfahren habe, denn sonst wäre Lucky
bestimmt schon im Alter von fünf Monaten Vegetarier geworden.
Obwohl wir seit vielen Jahren aktiv im Tierschutz (in einem Tierschutzverein
mit Tierheim) tätig sind, hatten wir bis vor zweieinhalb Jahren
keine Ahnung, dass eine vegetarische Fütterung möglich
und so unproblematisch ist. Erst ein konsequenter Tierfreund, der
uns diesbezügliche Informationen lieferte (wie die Peta-Studie
und die Studie von Radka Engelhard), brachte uns (und ein komplettes
Tierheim, nämlich das Tierheim Siegen) auf die Idee der vegetarischen
Hunde. Das Buch von Pedan "Vegetarische Hunde und Katzen"
habe ich erst gelesen, nachdem ich schon selber viele durchweg positive
Erfahrungen mit der vegetarischen Hundefütterung (Zuhause wie
auch im Tierheim) gemacht habe, und ehrlich gesagt, ist mir das
Buch etwas "dünn" und enthält viel zu wenig
Informationen zur Praxis. Ich finde es sehr schade, dass es immer
noch so wenig leicht zugängliche Informationen zu diesem Thema
gibt und wünsche mir eigentlich ein wissenschaftlich fundiertes
und praxisorientiertes Buch für jedermann.
5. Wie ist der Gesundheitszustand
Ihres Hundes? Ist er heute öfter oder seltener krank als vorher?
Ist Ihnen irgendetwas ganz besonders aufgefallen?
Lucky ist kerngesund, absolut topfit und man sieht
ihm seine 10 Jahre wirklich nicht an, er hat Zähne wie ein
vierjähriger, spielt wie ein einjähriger und sieht Klasse
aus. Lucky hat, seit er ein halbes Jahr alt war, einen Tierarzt
nur zum Impfen und durchchecken gesehen und einmal wegen einer Ohrverletzung
(passierte übrigens, als er sich zusammen mit unserer Hündin
über leckeres Pflanzenöl an einer herumstehenden Kettensäge
hermachte, welches die Hündin für sich allein beanspruchte).
Lucky hatte früher hin und wieder Allergieprobleme (Juckreiz),
aber die treten immer seltener auf und sind so gut wie weg. Als
positiven Nebeneffekt der vegetarischen Fütterung finde ich
ganz beachtlich, dass die Hunde (und auch ihre Haufen) überhaupt
nicht mehr stinken.
6. Falls Sie veg. Fertigfutter füttern,
welches genau und woher beziehen Sie es?
Wir haben schon alle gängigen Trockenfuttersorten
probiert, von Yarrah bis Boris Pitti über Vegetarian dog formula
von Natural Life. Lucky hat nicht gegen eine einzige Fertigsorte
geschmackliche Einwände. Meine Favoriten sind "Regular
Vegetalis" von Bento Kronen, "Ropo dog vegi croc"
und "Vets for pets" (da das die Sorten sind, die auch
unsere nicht verfressene fast zahnlose Uralt-Hündin gerne mag),
die bei uns abwechselnd (trocken oder auch zusammen mit anderem
Futter) gefüttert werden, welche man aber leider nur über
Internet-Versand beziehen kann.
7. Wie sind die Reaktionen von außen
auf Ihren vegetarischen Hund?
Natürlich kommt ständig dieses entsetzte
"Hunde sind doch Fleischfresser, das ist doch nicht artgerecht,
was du da tust, entziehst deinem armen Hund das Fleisch, nur weil
du selber keins isst...". "Artgerecht" hört
genau da auf, wo ich meinen Hund mit auf die Couch nehme und ihn
seine Nahrung nicht selber suchen, jagen und töten lasse. Lucky
selber ist es völlig egal, ob in seinem Futter Fleisch drin
ist oder nicht, und daher "vermisst" er es auch nicht
und es gibt absolut keine Notwendigkeit, dass für seine Ernährung
andere Tiere sterben müssen. Sauer werde ich, wenn irgendein
"Tierfreund" meinem Hund ein Stück Wurst (die kurz
zuvor noch ein nettes Schwein war) hinhält, weil der arme arme
Hund ja so "entbehrungsreich" leben muss. Nachdenklich
und sehr ruhig hingegen werden die Leute immer, wenn sie meinen
fröhlichen tollen gesunden fitten alten vegetarischen Hund
sehen. Meist kommt dann aber doch mangels Argumenten pro Fleischfütterung
noch ein stilles "ist aber trotzdem nicht artgerecht...".
Ich bezweifele hingegen, dass es artgerechter ist, einem Hund eine
Dose mit 50% Fischmehlinhalt oder ähnlichem vorzusetzen. Eine
"artgerechte Ernährung" fällt in unserer Gesellschaft
für den Hund aus (wenn ich Hund gleich Wolf setze, was ja nicht
so ist), so dass doch das Hauptaugenmerk nur auf einer gesunden
und schmackhaften Ernährung unserer Hunde liegen kann, die
ich dann wiederum artgerecht nenne. Und gesund ist Lucky.
8. Ernähren Sie sich selbst vegetarisch
oder vegan?
Vegan.
9. Falls Sie für Ihren Hund selber
kochen, würden Sie uns seine Lieblingsrezepte für sein
Futter oder Leckerchen wie Hundkekse verraten?
Bei uns kommt Eintopf super gut an. Er besteht
aus Reis, Nudeln oder Kartoffeln, Distelöl, Hülsenfrüchten
wie roten Linsen, Möhren und Spinat, gewürzt wird die
ganze Sache mit Gemüsebrühe oder Knoblauch, Lauch und
Kräutern, teilweise gebe ich auch Sojaprodukte dazu. Damit
die Hunde auch wirklich alles haben, was sie brauchen, wird der
Eintopf (nur wenn ich kein Fertigfutter dabei füttere) mit
einer Nahrungsergänzung (= Vegedog) serviert.
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