Hintergrund


Zirkus - Amüsement auf Kosten der Tiere

 
  • Eine artgerechte Haltung ist im Zirkus nicht möglich

  • "Dressur" ist harter Drill und mit Tierleid verbunden

  • Mit jedem Besuch unterstützen und fördern Sie das Leid der Tiere


Bär im Zirkuswagen  

Tiere sollten in einer zivilisierten Gesellschaft schon lange nicht mehr zu den Attraktionen in einem Zirkus gehören. Die "Dressuren wilder Tiere" sind altertümliche Relikte, die aber leider immer noch in vielen Zirkusbetrieben dazu gehören. Was dem Besucher verborgen bleibt: die Tiere im Zirkus werden unter erbärmlichsten Bedingungen gehalten; die andressierten Kunststückchen werden oftmals nur durch harten Drill und brutalste Prügelstrafen möglich gemacht. Den Tieren soll der letzte Rest eines eigenen Willens gebrochen werden.


Artgerechte Haltung nicht möglich

Typische Zirkustiere haben in ihrer natürlichen Umgebung sehr viel Platz zur Verfügung. Sie können den ganzen Tag laufen, springen, klettern, schwimmen oder fliegen, so wie es ihren Bedürfnissen entspricht. Sie pflegen Kontakte zu ihren Artgenossen, beschäftigen sich mit der Nahrungssuche und betreiben Haut- oder Fellpflege. Haltung im Zirkus bedeutet für die Tiere jedoch lebenslanger Verzicht auf ihre natürlichen Verhaltensweisen und lebenslanger Tiertransport. Oft treten dadurch typische Verhaltensstörungen auf, wie z.B. das "Weben" oder das ständige Hin- und Herlaufen der Tiere. Stellen Sie sich vor, man sperrte Sie Ihr Leben lang unschuldig ins Gefängnis; kaum Abwechslung - Sie würden auch verzweifeln oder mit der Zeit "durchdrehen". Jeder würde diesen Zustand als ein erhebliches Leid ansehen. Den Tieren im Zirkus wird dieses Leid angetan, nur damit Menschen unterhalten werden - ein unerträglicher Vorgang.

Unser Tierschutzgesetz fordert allgemein Tiere artgerecht zu halten und verhaltensgerecht unterzubringen. Die Richtlinien für Tiere im Zirkus enthalten allerdings nur minimale Anforderungen und sehen keinesfalls eine artgerechte Haltung vor. Ohnehin interessiert es kaum jemanden, wenn ein Zirkus die Auflagen nicht erfüllt, schließlich ist er in ein paar Tagen wieder fort.

 

Der Drill

Was glauben Sie, wie bringt man einem Elefanten bei, auf einem Bein zu stehen? Macht es dem Elefanten Spaß, möchte er uns damit gefallen, bekommt man ihn mit "positiver Bestärkung" dazu? Nein, Strafe in Form von Gewalt ist immer Bestandteil einer solchen "Dressur". Verschiedene Filmaufnahmen aus verschiedenen Ländern von der "Elefantendressur" offenbaren, dass nur extremes Dauerprügeln mit massiven Stangen und Eisenhaken den Willen der Elefanten bricht. Diese Art der "Dressur" ist in Zirkuskreisen allgegenwärtig und sieht bei anderen Tierarten und anderen "Kunststückchen" vergleichbar aus. Denn freundliches Zureden bringt weder einen Elefanten dazu sein ganzes Gewicht auf ein Bein zu verlagern, noch ein Raubtier dazu, durch einen Feuerreifen zu springen, oder einen Bären dazu, Rollschuh zu laufen. Nur die Angst vor der Strafe lässt die Tiere derart unnatürliche Dinge tun, also ihr natürliches Verhalten abzulegen und ein völlig unnatürlichen Verhalten zu zeigen. Insbesondere die Dressur von Wildtieren ist immer mit Gewalt verbunden; sei es körperliche Gewalt, Futterentzug oder Isolationshaft; die oft gerühmte "sanfte Dressur" gibt es nicht. Sie finden z.B. keinen Elefantendompteur ohne den sogenannten Elefantenhaken (ein Stab, welcher an der Spitze eine Art "Fleischerhaken" besitzt), auf welchen die Tiere überaus sensibel reagieren. Wozu dient dieser Haken wohl, wenn angeblich keine Gewalt eingesetzt wird?


Elefant im Zirkus

Argumente der Zirkusbefürworter und deren Entgegnung

  • Zirkusbefürworter behaupten, dass es den Tieren im Zirkus sogar gut gehe, da sie alles hätten, was sie benötigen (Futter, Schlafplatz, etc). Dies ist absurd, denn danach ginge es auch jemandem gut, der sein Leben lang hinter Gittern im Gefängnis verbringen müsste und täglich gefoltert würde.

  • Die Behauptung, dass die Tiere, die nun vorhanden sind, nicht wieder ausgewildert werden können, ist zwar richtig, kann aber die katastrophalen Haltungsbedingen im Zirkus nicht rechtfertigen: Die Tiere, die da sind, könnten in großen Tierparks untergebracht werden. Es gilt jetzt vor allem zu verhindern, dass weitere Wildtiere in den Zirkusbetrieben enden oder in dieses Elend hineingeboren werden.

  • Zirkusbefürworter argumentieren, dass die Tiere sich freuen würden, wenn man zu ihnen ginge; dies sei ein Anzeichen dafür, dass es ihnen gut geht - diese Schlussfolgerung ist falsch: Auch ein in einem kleinen dreckigen Zwinger dahinvegetierenden Haushund freut sich, wenn man zu ihm kommt - gut geht es ihm aber deshalb keinesfalls.

  • Die für Zirkustiere typischen stereotypen Bewegungsabläufe des Kopfschüttelns und Hin- und Herschaukelns sind ebenfalls keine Zeichen der Freude, sondern gefangenschaftstypische, krankhafte Leerlaufhandlungen, welche man bei verhaltensgestörten, nicht artgerecht gehaltenen Tieren vorfindet.

  • Der Standpunkt, Zirkus sei Tradition und schaffe vor allem für Kinder die Möglichkeit einmal Wildtiere zu sehen, rechtfertigt keine Tierquälerei. Kindern diese unnatürlichen und erniedrigenden Handlungen an Tieren zu zeigen ist pädagogisch falsch, da ein völlig verkehrtes und verzerrtes Bild über die Tiere und deren Bedürfnisse vermittelt wird.

  • Die Behauptung, wenn immer weniger Menschen in einen Zirkus mit Tieren gingen, würden diese Zirkusunternehmen immer ärmer und die dortigen Tiere müssten dann leiden, ist nicht nur absurd, sondern auch falsch: Sobald ein Zirkus finanziell nicht mehr in der Lage ist, die Tiere ausreichend zu versorgen, sind die zuständigen Behörden verpflichtet, die Tiere zu entziehen und anderweitig unterzubringen und die Tortour "Zirkus" wäre damit für die dort lebenden Tiere vorbei. Daher sollte man auch keinen für die Tiere bettelnden Zirkus unterstützen.


Bär im Zirkus  

Sie müssen abwägen, ob Ihnen Ihr persönliches Vergnügen an einer Zirkusvorstellung so wichtig ist, dass Sie dafür das grauenhafte Leid dieser Tiere in Kauf nehmen. In vielen Ländern sind Vorführungen mit einigen Tierarten bereits verboten oder stark eingeschränkt, so z.B. in Dänemark, Schweden, England oder Österreich (ab 2005). Zirkus kommt auch ohne Tiere aus. Es gibt tolle und sehenswerte Artistik- und Clownnummern ohne Tiere. Große und erfolgreiche Zirkusbetriebe kommen seit Jahren ohne Tiernummern aus und haben trotzdem oder sogar deshalb regelmäßig ausverkaufte Vorstellungen.



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Text & Bilder:

die Tierfreunde e.V.

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