Tierversuche bei Covance Münster

Tierhölle Tierversuchslabor Covance

Ein Journalist arbeitete mehrere Monate undercover bei
Covance in Münster und veröffentlichte erschütterndes Bildmaterial

Der amerikanische Konzern Covance ist eine der führenden Firmen im Bereich der Auftragsforschung und unterhält im Süden von Münster eines der größten privaten Tierversuchslabore in Deutschland. Das Münsteraner Labor ist auf Versuche an Primaten spezialisiert. Nach eigenen Angaben sterben jedes Jahr mehr als 1000 Affen alleine in der deutschen Niederlassung.

Bildquelle: BUAV (http://www.buav.org)

Über mehrere Monate arbeitete ein Journalist in Zusammenarbeit mit der englischen Tierversuchsgegnergruppe BUAV (British Union for the Abolition of Vivisection) bei Covance in Münster. Am 9. Dezember veröffentlichte er nun im ZDF-Magazin "Frontal21" seinen schockierenden Bericht. Mit versteckter Kamera hatte er das tägliche Leiden festgehalten. Er filmte Tierpfleger, die mit unglaublicher Brutalität Tiere aus den Käfigen rissen, ihnen die Arme verdrehten, sie anschrien und entwürdigten.

Die meisten Affen werden bei Covance während der ganzen Zeit eines Experiments, also von einigen Monaten bis zu drei Jahren, einzeln in kleinen, völlig strukturlosen Metallgitterkäfigen gehalten. Schon allein die Einzelhaft ist für die sozialen Tiere eine Tortur. Selbst trächtige Äffinnen werden unter solch entsetzlichen Bedingungen gehalten und so gezwungen, auf dem nackten Metallkäfigboden ihre Jungen zur Welt zu bringen. Der Möglichkeiten beraubt, ihre natürlichen Verhaltensweisen auszuleben, zeigen die Affen die typischen Symptome schwerer Verhaltensstörungen: stereotype Bewegungen wie Hin- und Herschaukeln und Im-Kreis-Drehen.

Bildquelle: BUAV (http://www.buav.org)
Bildquelle: BUAV (http://www.buav.org)

Bei Covance müssen die Affen nicht nur unter tierquälerischen Bedingungen leben, sie werden zudem täglich schmerzhaften Routine-Eingriffen, wie Zwangsfütterung und Blutentnahmen ausgesetzt. Und als wäre dies nicht schon schlimm genug, werden die Primaten dabei auch noch vom Personal roh misshandelt. Die Undercover-Aufnahmen zeigen, wie Mitarbeiter fluchen und schreien, die verängstigten Tiere brutal aus den Käfigen zerren, sie schütteln und bedrohen und sie sogar zwingen zu Radiomusik zu "tanzen". Nach Operationen erhalten die Tiere keinerlei Nachversorgung, sondern werden zum Aufwachen einfach auf die kalten Metallgitter ihrer Gefängnisse gelegt.

Die Behandlung der Tiere stellt eindeutig einen Straftatbestand nach dem Tierschutzgesetz dar, nach dem es verboten ist, Tieren aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden oder länger anhaltende oder sich wiederholende Schmerzen oder Leiden zuzufügen. Offensichtlich konnten bei Covance diese Straftaten wiederholt begangen werden, ohne dass die zuständigen Behörden eingegriffen haben. Bereits mehrere Strafanzeige gegen die Verantwortlichen wurden gestellt. Tierrechts- und Tierschutzorganisationen fordern die Behörden auf, zu handeln und Covance die notwendige Genehmigung zur Durchführung von Tierversuchen zu entziehen.

Am 11. Dezember 2003 organisierten die tierbefreier e.V. und ACT (Anti Covance Tierversuche) eine Demonstration in der Münsteraner Innenstadt. Mit Transparenten und Schildern wurde auf die Tierquälerei, die hinter den hohen Zäunen des Covance-Labors stattfindet, hingewiesen. Mit Unterstützung von "die Tierfreunde e.V." konnte auf einer Großleinwand das schockierende Video gezeigt werden. Die zahlreichen Passanten die entsetzt stehen blieben informierten sich nachher ausführlich am Infostand und trugen sich in die Unterschriftenlisten ein. Zudem wurden mehrere tausend Flugblätter verteilt. Zahlreiche Demonstrationen folgten (lesen Sie hier über die Großdemo im März 2004).

Trotz eindeutiger filmischer Beweise für Verstöße gegen das Tierschutzgesetz musste Covance bis heute (Mai 2004) keinerlei Sanktionen hinnehmen. Das Unternehmen versucht hingegen Tierversuchsgegner sowie den Undercover-Journalisten durch einstweilige Verfügungen mundtot zu machen.

Covance geht mit aller Härte gegen Kritiker vor. Über mehrere Einstweilige Verfügungen gegen den Journalisten und Tierversuchsgegner erreichten sie, dass das Beweisvideo zeitweise nicht mehr in der Öffentlichkeit gezeigt werden durften. Obwohl das Video nach Aussage des Geschäftsführers Friedhelm Vogel nur "sehr viel Laboralltag" zeige, ist der Inhalt doch für Covance äußerst unangenehm, war man doch jahrelang penibel darum bemüht, dass kein Bild an die Öffentlichkeit gelangte. Was hier zu sehen war und Millionen Zuschauer schockte, ist der traurige Alltag für Millionen fühlender Lebewesen, die jedes Jahr alleine in Deutschland in Versuchen zu Tode gequält werden. Tierversuche sind immer mit Leid, Schmerz und Gewalt verbunden.


Bilder der Demo vom 11. Dezember 2003:

Zahlreiche Passanten waren schokiert vom Frontal-Video Demonstranten in Münster
Demo in Münster Demo in Münster

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