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Die Milch
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Motor der Fleischindustrie
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Ursache zahlreicher Krankheiten
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Kuhmilch ist kein Lebensmittel - Kuhmilch ist die Muttermilch
der Kälber
Jedes Säugetier braucht zu Anfang Muttermilch. Über den
Zeitraum der Stillzeit hinweg ist sie die Lebensgrundlage für
ein Neugeborenes. Die Milch erfüllt dabei einen ganz gezielten
Zweck, nämlich den Aufbau des Immunsystems sowie das schnelle
Wachstum und die Kräftigung des Nachwuchses. Soweit gilt das
auch für den Menschen.
Allerdings steht ein Tierbaby von Anfang an ganz anderen Anforderungen
gegenüber als ein Menschenkind. Für ein Tier in freier
Wildbahn ist der Start ins Leben der direkte Anfang eines harten
Überlebenskampfes. Für Herdentiere wie Kühe trifft
das noch einmal besonders zu, denn Kälber sind beliebte Opfer
großer Beutegreifer. Anders als z.B. Fuchswelpen, die in einem
sicheren Bau geboren werden, ist ein Kalb darauf angewiesen, möglichst
schnell zu stehen, zu laufen und sein Gewicht zu verdoppeln. Die
Muttermilch hat daher einen hohen Fettgehalt und ist speziell für
das Kalb und sein Verdauungssystem geschaffen. Die Zusammensetzung
ändert sich sogar mit dem Wachstum des Kalbes. Die Milch jeder
Spezies ist individuell und nur für deren Nachwuchs gedacht.
Daher wird sie auch nur dann produziert. Kühe geben eben nur
Milch, wenn sie auch kalben.
Die "Milchkuh": Weder lila noch glücklich
Milch wird schon lange nicht mehr nur getrunken oder in Form von
Butter, Käse und Joghurt gegessen. Milchzuckerzusätze
in Fertiggerichten und Suppen, Milch in Süßigkeiten und
die Entdeckung der Milch als Pflegeprodukt und Kosmetikum haben
den Verbrauch stark in die Höhe getrieben. So ist die Kuh sicher
keine glückliche, denn ihre natürliche "Leistung"
ist unrentabel und ihre Ansprüche an ein artgerechtes Leben
kann die Milchwirtschaft nicht erfüllen. Neue "Hochleistungskühe"
verdrängen zunehmend alte Rassen, und Tierfabriken ersetzen
grüne Almwiesen.
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Die heutige Milchkuh ist eine Qualzucht. Ihre Milchleistung
wurde von 1.500 Liter pro Jahr (1950) auf 6.000 Liter pro
Jahr (1990), mittlerweile auf 10.000 Liter pro Jahr gesteigert.
Für das Tier bedeutet das ständige Schmerzen durch
ein viel zu großes, zum Bersten gefülltes Euter,
das zehnmal mehr Milch enthält als ein Kalb benötigen
würde. Außer selektiver Zucht gibt es noch andere
Methoden, um höhere Erträge zu erzielen. Bei der
Milchbildung, der sogenannten Laktation wird normalerweise
nur ein Zehntel des von der Kuh aufgenommenen Proteins in
Milch umgewandelt. Um die Laktation zu steigern werden die
Tiere mit Proteinpellets aus gepresstem Getreide gefüttert.
Diese für sie unnatürliche Nahrung führt zu
Stoffwechselproblemen. Hormone und unregelmäßige
Melkzyklen treiben die Laktation ebenfalls an.
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Durch die Haltung auf Spaltenböden erkranken die Tiere häufig
an den Klauen. Auch Rückenschäden sind keine Seltenheit,
denn die Wirbelsäule der Kühe ist der Milchlast nicht
gewachsen. Durch das übergroße Euter entstandene Entzündungen
(Mastitis) und andere Krankheiten werden mit Antibiotika bekämpft,
deren Rückstände sich in der Milch befinden. Für
den Menschen, der Kuhmilch trinkt bedeutet das eine Gewöhnung
und das Risiko, gegen bestimmte Medikamente resistent zu werden.
Die Produktion: Kinderraub und Hightech
Der Großteil der Milchkühe verbringt sein Leben angekettet
und bewegungsunfähig im Stall. Ab dem zweiten Lebensjahr beginnt
für die Kuh die Dauerschwangerschaft. Nach der künstlichen
Besamung trägt sie neun Monate lang ihr Kalb aus. In dieser
Zeit stellen sich Körper und Seele auf den Nachwuchs ein. Es
ist unvorstellbar grausam für die Mutter, wenn ihr, in der
Regel zwei Tage nach der Geburt, das Kalb entrissen wird. Beide
leiden enorm unter der Trennung und das verzweifelte Rufen nacheinander
ist gewiss kein Zeichen ländlicher Idylle. Das Kalb wird unter
Rotlicht in eine enge Box gezwängt und mit Ersatzmilch gefüttert.
Nachher wird es (meist auf Spaltenböden) mit anderen Kälbern
in einen abgetrennten Raum gehalten. Die weiblichen Tiere nehmen
später die Plätze ihrer Mütter ein. Weniger gesunde
Tiere werden meist schon nach ein paar Tagen geschlachtet.
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Die Kuh wird nun zweimal täglich an die Melkmaschine
angeschlossen. Ein Kalb würde mehrmals täglich trinken.
Die Kuhzitzen sind äußerst empfindlich. Wird im
Akkord gearbeitet und die Melkmaschine unprofessionell oder
zu schnell angelegt, läuft die gesamte Melkprozedur unter
Schmerzen ab.
Kuhmilch ist sehr empfindlich. Tageslicht, Luft und Wärme
führen zu sofortigem Verfall. Das liegt daran, dass die
Milch normalerweise nur den Weg vom Euter in das Maul des
Kälbchens zurücklegt, für das sie geschaffen
ist. Strenggenommen dürften wir das "weiße
Blut" gar nicht zu Gesicht bekommen. Es ist also ein
hoher technischer Aufwand nötig, um die Milch zu konservieren
und sie zum Teil über weite Strecken transportieren zu
können.
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Kuh in der Milchindustrie
Männliche Kälber: Profitabler "Abfall" für
die Fleischindustrie
Die Milchproduktion weist einen regelrechten Verschleiß an
Tieren auf. Unter normalen Umständen wird eine Kuh 20 Jahre
alt. Durch die Überbeanspruchung ist sie nach 5 Jahren schon
so "verbraucht", dass sie "wertlos" ist. Was
sie jetzt noch von ihrem "Leben" erwarten kann ist der
Tod im Schlachthaus und der Transport dorthin.
Männliche Tiere und Kälber die nicht als Milchkühe
genutzt werden sollen, werden nach ein bis zwei Wochen an Mastbetriebe
verkauft. In ihren Boxen liegt keine Einstreu, denn die würden
sie sonst essen. Die Tiere sollen aber einen flüssigen Mastbrei
trinken, der ihr Gewicht unnatürlich schnell zunehmen lässt.
Die Kälber sind oft nur über quälenden Durst dazu
zu bringen, den Brei zu schlucken. Meist steigert der Brei den Durst
noch, oder löst ihn gar aus. Die Milchersatzprodukte für
die Kalbmast wurden bis zur BSE-Krise noch aus Schlachtabfällen
hergestellt. Nach drei bis fünf Monaten werden sie geschlachtet.
Länger hätten sie diese Haltung ohnehin nicht überlebt.
170.000 Kälber, die unter drei Monaten alt sind, sterben jedes
Jahr schon aufgrund dieser schlechten Haltungsbedingungen und der
brutalen Behandlung auf dem Markt.
Bei etwa der Hälfte des in Deutschland produzierten Rindfleisches
handelt es sich um Nebenprodukte der Milchindustrie (lesen
Sie hier mehr zum Thema Fleisch). Die Kälber werden auch
zu Pasteten und Tierfutter verarbeitet. Das Lab, ein Ferment aus
ihren Mägen, verwendet man zur Käseherstellung.
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"Butterweiche" Knochen: Mythos Calciummangel
Erwachsene Tiere und Menschen benötigen keine Muttermilch,
schon gar nicht die einer anderen Spezies. Nach der Stillzeit
stellt sich der Körper auf feste Nahrung um, kleine Kinder
bekommen Zähne und die Fähigkeit Milchzucker (Laktose)
zu verdauen nimmt nach und nach ab. Diese Funktion braucht
der Körper nun nicht mehr. Um sie nicht zu verlieren,
müssen Kinder von klein auf an Kuhmilch gewöhnt
werden, was sie nicht vor einer Laktoseintoleranz schützt.
Tatsächlich sind zwei Drittel der Menschheit überhaupt
nicht in der Lage, Laktose zu verdauen, weil ihnen das Enzym
Laktase fehlt. Milchunverträglichkeit ist also keine
Krankheit, sondern eine natürliche Körperreaktion
und Ausdruck einer gesunden Entwicklung und Ernährung.
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Milchunverträglichkeiten äußern sich sehr vielfältig.
Sie führen zu Allergien, Asthma, Blähungen, Ekzemen, Depressionen,
chronischen Nasen- und Stirnhöhlenbeschwerden, Herzkrankheiten
und jugendlichem Diabetes. Außerdem wurde eine Verbindung
zwischen Milchkonsum und "grauem Star" nachgewiesen. Die
Aussage, Milch sei gut für die Knochen und schütze so
vor Osteoporose stimmt nicht, denn das enthaltene Calcium ist nur
ein Bestandteil der Knochenmasse, die bei Osteoporose abnimmt. Osteoporose
tritt in westlichen Ländern mit hohem Calcium- und Milchkonsum
allerdings häufiger auf, als irgendwo anders in der Welt. Andere
Faktoren, wie zu salzige Ernährung, Östrogenverlust in
den Wechseljahren, Rauchen, Alkohol und zu wenig Bewegung spielen
eine wesentlich größere Rolle als ein Mangel an Calcium.
Vor diesem vielbeschworenen Calciummangel braucht man sich nicht
zu fürchten. Calcium gehört zwar zu den am meisten verbrauchten
Mineralstoffen im Körper, aber die Calciumeinlagerungen in
Knochen und Zähnen dienen nicht nur deren Aufbau sondern sind
gleichzeitig ein Calciumdepot. So werden 5 -10% des eingelagerten
Calciums in beständigem Austausch an das Blut abgegeben. Calcium
ist wie alle meistbenötigten Mineralstoffe auch am meisten
im Körper vorhanden.
Milch ist unbestritten eine Calciumquelle, aber lange nicht die
beste. Grünes Blattgemüse, Samen und Nüsse, Sojabohnen,
Tofu und hartes Leitungswasser enthalten manchmal sogar die vierfache
Menge an Calcium. Pflanzliches Calcium kann mindestens genauso gut
oder sogar besser aufgenommen werden. Außerdem ist unser Körper
in der Lage, sich an eine geringere Calciumzufuhr anzupassen und
seinen Bedarf zu verringern. Ein Calciummangel bei rein pflanzlicher Ernährung tritt also sehr selten
bis gar nicht auf. Calciumverluste treten vor allem durch eine Ernährung mit viel tierischem Protein, also bei Fleischverzehr auf.
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Alternativen
Ohne tierische Produkte zu leben bedeutet nicht Verzicht.
Vielmehr wird der Speiseplan um einiges bereichert. Alternativen
zur Kuhmilch, wie Reismilch, Sojamilch, Sojajoghurt oder Sojasahne
sind heute in jedem Supermarkt zu bekommen. Man muss nicht
alles was man gerne isst plötzlich weglassen, weil ein
"verbotener" Inhaltsstoff darin ist. Oft reicht
es schon, einfach ein Produkt einer anderen Firma, oder eine
andere Sorte zu kaufen, wie z.B. Nudeln ohne Ei oder Puddingpulver
ohne Gelatine. Veganversände bieten auch "Käse"
und eine Vielzahl anderer spezieller Produkte an. Durch eine
schrittweise Ernährungsumstellung entdeckt man aber vor
allem, wie viele Möglichkeiten sich einem bieten, die
man vorher nicht ausgenutzt hat. Kreativität ist gefragt,
die Spaß am Kochen bringt.
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Leben ohne Mitschuld an dem Grauen,
das den Tieren
täglich wiederfährt, ist möglich und
schafft Veränderung!
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