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Ziffer 3 - Legebatterie Herkömmliche
Käfige
Die Hennen leben in Drahtkäfigen auf einem Schräggitter,
damit das Ei aus dem "Tierbereich" auf das Fließband
rollen kann. Schwächere Hennen werden durch diese Schräglage
zu Boden gedrückt. Die Käfige stehen in Doppelreihen mit
den Rückwänden aneinander und erstrecken sich über
vier bis acht Etagen. Ein typischer Käfig hat eine Bodenfläche
von 50x50 cm bei einer Höhe von 40 cm vorne und 35 cm hinten.
Meist werden drei bis fünf Hennen in einem Käfig gehalten,
dabei hat allein ein Huhn schon eine Flügelspannweite von 80
cm. Vorgeschrieben ist eine Fläche von 445 cm² je Huhn.
Für Tiere über zwei kg 550 cm². Durch die geringe
Anzahl der Tiere im Käfig, kann sich zwar eine Rangordnung
bilden, aber durch die Enge leiden die Tiere unter Stress. Gegenseitiges
Picken und Kannibalismus sind die Folge. Durch den ständigen
Kontakt mit dem Maschendraht scheuern sich die Tiere die Federn
ab. Die Hennen werden mit einem Spezialfutter gefüttert, damit
sie die abnorme Legeleistung bringen können. Um den natürlichen
Bedarf an Sonnenlicht auszugleichen, wird Mais mit Vitamin A und
D versetzt. Dazu kommen Antibiotika, um Infektionen zu bekämpfen,
sowie Pestizide gegen den Fliegenbefall. Da die Farbe des Eidotters
weitgehend vom Futter abhängig ist, wird in konventionellen
Betrieben ein synthetischer Farbstoff zugesetzt, um einen dunkleren
Farbton zu erzielen. Eier aus ökologisch arbeitenden Betrieben
weisen deshalb meist hellen Dotter auf. Häufig sind die Tiere
mit Milben befallen und erkranken an Leberverfettung. Künstliches
Licht täuscht Tag bzw. Sommer vor um die Legeleistung zu erhöhen.
Bei solchen Haltungsbedingungen sterben in einer durchschnittlichen
Legebatterie von 80.000 Hühnern etwa 20 am Tag.
Legebatterien sind schon fast vollständig automatisiert. Fütterung,
Beleuchtung, Temperaturregelung und sogar die Mauser wird von Maschinen
gesteuert. So werden Betriebe von 100.000 bis 300.000 Tieren von
zwei Arbeitern "betreut".
Der Eiertanz der Gesetzgebung: Unaufhörlich diskutiert wird
die neue Legehennenverordnung und das Verbot von Legebatterien ab
2007. Allerdings stellen sich Befürworter der Käfighaltung
aus wirtschaftlichen Gründen gegen diesen Beschluss und das
Verbot der Käfighaltung im Allgemeinen. Es sieht derzeit (Stand
Okt. 04) alles danach aus, dass ein Ende der Käfighaltung nicht
in Sicht ist, sondern im besten Fall nur eine etwas andere Form
der Legebatterien auf den Weg gebracht wird, welche sich kaum von
der jetzigen Haltungsform unterscheiden wird. Die Lobby der Profiteure
dieser Tierquälereien scheint zu mächtig, die Politik
knickt auf ganzer Linie ein. Wie diese "Haltungsform der Zukunft" aussieht, hat der VGT Österreich bereits recherchiert: http://www.vgt.at/news/2004/news20040423.html
Ziffer 3 - Legebatterie "ausgestaltete"
Käfige
Für "ausgestaltete" Käfige schreibt die EU-Richtlinie
600 cm² nutzbare Fläche für eine Henne vor. Maximal
werden daraus 750 cm² (etwas mehr als ein DIN A-4 Blatt). Käfige
mit diesem Platzangebot pro Henne werden beschönigend Kleingruppenhaltung
genannt, weil in einem Käfig bis zu 40 Hühner gehalten
werden. Dazu bekommen die Hühner ein Nest, Sitzstangen, Einstreu
zum Picken und Scharren und Krallenabriebflächen. Diese Elemente
werden, wenn überhaupt, meist nur vom ranghöchsten Huhn
benutzt und dauerhaft besetzt. Viele Hersteller haben bereits solche
Käfige im Angebot. Allerdings verbessert das die Situation
der Hennen nicht. Alle typischen Verhaltensstörungen, Verletzungen
und Krankheiten tauchen auch bei dieser Haltungsform auf. Die angebotenen
Strukturen werden nur unzureichend genutzt, weil das Platzangebot
immer noch zu klein ist oder wichtige auslösende Reize fehlen.
Eine "Anreicherung" mit bestimmten Elementen bedeutet
nicht, dass diese auch angenommen werden. Außerdem werden
die Zugangsmöglichkeiten zu diesen Anreicherungen seitens der
Betriebe eingeschränkt. Die Einstreunester sind daher nur vormittags
zugänglich, weil die Hennen dort nach Nahrung suchen und die
Sandbäder nur nachmittags, da die Hennen dort Eier ablegen
würden. Noch sind diese Käfige in Deutschland nicht flächendeckend
zugelassen.
Ziffer 2 - Alternative Haltungsform Bodenhaltung
Bei der Bodenhaltung leben meist sieben Hennen auf einem Quadratmeter
in großen Hallen. Auf maximal zwei Drittel der Stallfläche
sind Sitzstangen vorhanden unter denen sich eine Kotgrube befindet.
Legenester sind auch vorhanden. Allerdings sind die Tiere durch
zu viele Artgenossen überfordert. Es kann sich keine Hackordnung
bilden. Federpicken, Kannibalismus und andere Verhaltensstörungen
sind trotz des (etwas) größeren Platzangebotes keine
Seltenheit. Durch das Gedränge ausgelöster Stress ist
häufige Todesursache für viele Hühner, die in der
Bodenhaltung sterben.
Ziffer 2 - Alternative Haltungsform Volierenhaltung
Hierbei stehen den Hühnern übereinander angebrachte Ebenen
zur Verfügung. Dadurch können mehr Tiere je Stallgrundfläche
gehalten werden. Breite Bänder transportieren den anfallenden
Kot unter den erhöhten Ebenen ab. Der Rest der Fläche
ist eingestreuter Scharrraum. Diese Haltungsform ist in der Schweiz
schon sehr verbreitet, wird aber in Deutschland noch kaum genutzt.
Der Stallraum wird hier durch natürliches Tageslicht beleuchtet.
Volierenhaltung ist eine Art "Bodenhaltung in mehreren Ebenen".
Ziffer 1 - Alternative Haltungsform Freilandhaltung
Die Freilandhaltung kommt aufgrund des vorgeschriebenen Platzbedarfs
von vier qm pro Huhn eigentlich nur für kleinere Herden in
Frage. Hier steht den Hühnern tagsüber ein Auslauf ins
Freie zur Verfügung. Die Bedingungen im Stall entsprechen der
Bodenhaltung, manchmal auch der Volierenhaltung. Sitzstangen und
Nester sind ebenfalls vorhanden. Bei dieser Haltungsform können
die Grundbedürfnisse der Hennen natürlich wesentlich besser
umgesetzt werden als im Käfig. Allerdings gibt es immer mehr
Großbetriebe mit bis zu 10.000 Tieren, was zu sozialen Konflikten
unter den Hennen führt.
Ziffer 0 - Ökologische Haltung
Im Stall dürfen nicht mehr als 3.000 Hennen untergebracht
sein und nicht mehr als sechs auf einem qm leben. Neben Scharraum,
Nestern und Sitzstangen steht den Hühnern ein Auslauf zur Verfügung,
der mindestens vier qm pro Henne betragen muss. Gefüttert werden
nur gentechnisch unveränderte Pflanzen aus ökologischem
Anbau. Andere Futterzusätze und Arzneimittel sind verboten.
Für alle Haltungsformen beginnt und endet das Leben der
Hühner ähnlich: Männliche Küken aussortiert
und am ersten Tag getötet; tierquälerische Aufzucht für
die Hennen. Nimmt die Legeleistung nach ca. 15 bis 18 Monaten ab,
werden die ausgemergelten Hühner geschlachtet. Dazu werden
sie an den Füßen aufgehängt und durch ein "Strombad"
gezogen, das sie betäuben soll. Allerdings klappt die Betäubung
nicht immer und die Hühner erleben ihre Schlachtung bei vollem
Bewusstsein. Sie werden zu Haustierfutter, Hühnersuppe und
teilweise auch zu Futter für die Tiere in Pelztierfarmen verarbeitet.
Unter normalen Umständen kann ein Huhn 20 Jahre und älter
werden. Auch der Transport zum Schlachthof ist eine Qual für
die Hennen. Rücksichtslos in enge Kisten gestopft, brechen
sie sich die Beine oder ihnen wird die Hüfte ausgerenkt. Dazu
kommen enormer Stress und Angst; bei längeren Transportwegen
auch Hunger und Durst.
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