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Skandal um 20 verwahrloste Hunde
Fast 20 Hunde brachen nachts aus Zwingeranlage
aus und wurden teilweise über Stunden von Polizei und Tierschützern
auf der B54 eingefangen. Ein Hund wurde überfahren; Tierschützer
prangern die Hundehaltung und Aufsichtspflicht an.
Siegen/NRW: In der Nacht zum 05. September 2003 deckte ein tragisches
Ereignis eine skandalöse Hundehaltung auf. Aus einer Zwingeranlage
in der alten Abdeckerei zwischen Niederdielfen und Siegen brachen
nachts fast 20 mittelgroße Hunde unterschiedlichster Rasse
aus. Die Polizei wurde verständigt und konnte einen Großteil
der Hunde auf dem Gelände der alten Abdeckerei sichern. Mindestens
weitere 5 Hunde irrten auf der B54 ziellos und ängstlich umher.
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Einer der Hunde wurde von einem PKW erfasst und
tödlich verletzt. Die anderen Hunde ließen sich trotz
hohem Polizeiaufgebot nicht ohne weiteres dingfest machen und gefährdeten
über Stunden den nächtlichen Verkehr auf der B54. Mit
Hilfe der eintreffenden Tierschützer von der jüngst gegründeten
Interessengemeinschaft Tierschutz Siegen (heute: "die Tierfreunde")
und einer Mitarbeiterin des Tierheims konnten die Hunde einer nach
dem anderen eingefangen werden. Die B54 musste dabei zeitweise komplett
für den Verkehr gesperrt werden. Mindestens ein Hund konnte
trotz größter Anstrengungen nicht eingefangen werden
und irrt möglicherweise bis dato in der Gegend zwischen Siegen
und Niederdielfen umher. Die anderen von der Polizei auf dem Gelände
der alten Abdeckerei gesicherten Hunde wurden von den Tierschützern
in die Zwinger auf dem dortigen Gelände "einsortiert",
drei Hunde wurden ins Tierheim verbracht. Diese Hunde mussten wieder
an den Besitzer ausgehändigt werden, nachdem dieser wieder
erreichbar war.
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Jürgen Foß bei der nächtlichen Fangaktion auf
der B54 mit einem der ängstlichen Hunde
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"Die Tiere waren derart ausgehungert, dass
sich ein Hund über den Kadaver einer offensichtlich überfahrenen
Katze am Straßenrand hermachte", schildert Jürgen
Foß. Nach Angabe der Tierschützer sei die Zwingeranlage
in einem desolaten Zustand und die Hunde würden dort alles
andere als artgerecht gehalten. Tatsächlich gibt es seit Jahren
erhebliche Bedenken der Tierschützer hinsichtlich der Hundehaltung
in der alten Abdeckerei. Das Einschalten der zuständigen Behörden
brachte jedoch bisher nicht den gewünschten Erfolg. Jürgen
Foß: "Die Hunde kommen so gut wie nie aus ihren düsteren
Zwingern heraus und sind unterernährt." Die Zwingeranlage
sei aus alten Baugittern zusammengeschustert und alles andere als
ausbruchsicher. Der Tierschützer weiter: "Der Besitzer
ist beruftätig und kann trotz Unterstützung seiner Frau
niemals die für die Hundehaltung so vieler Hunde notwendige
Zeit aufbringen. Unabhängig der Rechtslage ist es für
jeden Tierfreund offensichtlich, dass dies keine artgerechte Haltung
sein kann". Die derzeit gültige Rechtslage sieht in der
Hundeverordnung vom Mai 2001 allerdings lediglich lapidar vor, dass
einem Hund "ausreichend Auslauf im Freien außerhalb eines
Zwingers" und "ausreichend Kontakt zur Betreuungsperson"
gewährleistet werden muss. Gegen die Besitzer wurde zwar Anzeige
erstattet, ob es die gültige Rechtslage jedoch zulässt
dort seitens der Behörden einreifen zu können ist weiter
unklar.
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Die alte Abdeckerei zwischen Siegen und Niederdielfen,
in welcher über 20 Hunde ihr Dasein fristen müssen.
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Abgemagert bis auf die Knochen; ein Leben hinter
Baugitterstäben. Gerade nur so ernährt, dass es nicht
lebensbedrohlich ist.
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Vergeblich versucht dieser Husky-Mix sich aus den
Gittern zu befreien und mit uns zu kommen: Rechtlich gab es bisher
aber leider noch keinen Ansatzpunkt etwas zu erwirken.
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Es sieht aus wie in einem armen spanischen Tierheim,
es ist aber eine scheinbar rechtlich legitime Hundehaltung mitten
im Siegerland.
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Weitere Bilder der Zwingeranlage:
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Die Zwingeranlage in der alten Abdeckerei muss
geschlossen werden! Wir werden uns für diese armen Kreaturen
einsetzen über den Fortgang berichten.
Einige Monate später: Die Anlage wurde mittlerweile für die Haltung dieser Hunde geschlossen. |
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