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Kuh mit gebrochener Hüfte
einfach vor die Halle gelegt
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Nördlich von Magdeburg: Eine Tierindustrieanlage mit einigen tausend Kühen, die dort zwecks Milchgewinnung ihr Dasein fristen müssen. Sie sind in so genannten „Laufställen“ untergebracht - der Standardhaltung für Kühe. In den riesigen Hallen sind Gruppen durch Gitter separiert, die Tiere leben dicht an dicht auf Spaltenböden. Es herrscht Enge, penetranter Gestank dringt aus den Güllegruben, der Boden ist durch Kot und Urin sehr rutschig, so dass die Kühe nur schwer Halt finden. Diese Tiere kommen niemals nach draußen – sie kennen nur die Welt im Inneren der Industriehallen. Lediglich am Ende der Halle dürfen einige Kühe durch ein vergittertes Tor einen Blick nach draußen werfen.
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Eine Kuh jedoch liegt einsam und allein außerhalb der Halle. Sie versucht immer wieder vergeblich unter Schmerzen aufzustehen. Man hat ihr die Hinterläufe zusammengebunden, damit sie nicht weg laufen kann. Die Kuh hechelt und versucht verzweifelt sich auf den Vorderbeinen fortbewegend neben einem Metalltank zu ziehen, um dort Schatten zu suchen. Eine ganze Nacht bis zum nächsten Mittag liegt sie dort. Niemand außer uns gibt ihr währenddessen zu essen oder zu trinken, obwohl sie mittlerweile der prallen Mittagssonne ausgesetzt ist. Es ist ein Trauerspiel dies mit ansehen zu müssen.
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Die Verantwortlichen des Betriebes zeigen sich uneinsichtig: Die Kuh habe sich die Hüfte bei einem Sturz im rutschigen Stall gebrochen und müsse nun geschlachtet werden – heißt es. Und da Wochenende sei, müsse sie eben bis Montag dort liegen bleiben. So wäre das nun mal, wir sollten uns nicht so anstellen - irgendwo müsse die Milch ja herkommen. Wir verständigen die Polizei, aber auch sie sieht keinen Handlungsbedarf: Was denn so schlimm daran wäre, die Kuh könne doch froh sein endlich einmal im Gras liegen zu dürfen. Wir hingegen seien unberechtigt auf das Gelände eingedrungen. Der Beamte weigert sich vor Ort eine Anzeige aufzunehmen, so dass wir die Kuh verlassen müssen, um im nächsten Ort auf der Polizeiwache Anzeige zu erstatten. Dort wartet bereits derselbe Beamte um die Anzeige nun widerwillig entgegen zu nehmen. Nach über einer Stunde auf der Polizeiwache fahren wir zurück um uns wieder um das Tier zu kümmern - die Kuh ist während unserer Abwesenheit weggeschafft worden.
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Auch wenn eine solche unwürdige und quälerische Behandlung eines Lebewesens für die Betreiber der Anlage und in diesem Fall auch für die Beamten vor Ort normal ist, werden wir solche Fälle immer wieder anprangern. Bestehende Mechanismen zur Linderung der Leiden müssen genutzt werden. Wir sehen uns dazu verpflichtet den Opfern zu helfen und deren Leiden zu mindern, auch wenn es zeitgleich unser Ziel ist, dass es erst gar keine Opfer geben darf.
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Text und Bilder: die Tierfreunde e.V.
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