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Millionenhilfen für Milchbauern – keine Hilfe für Kühe!
Laut einer aktuellen Studie der EU ist die Haltung von Kühen in Deutschland mangelhaft: Entzündete Euter, Verhaltensstörungen, lahmende Tiere, Fortpflanzungsprobleme und schlechte Zuchtauswahl. Trotz Kenntnis dieser Tatsachen beruhigt das Bundeslandwirtschaftsministerium den Verbraucher mit steuergeldfinanzierten Milchmarktstützungskampagnen, die das falsche Bild von glücklichen, gesunden Kühen auf grünen Wiesen vermitteln und den Milchabsatz künstlich steigern sollen. Jüngst beschlossene, millionenschwere Beihilfen aus Steuergeldern subventionieren das bemängelte System zusätzlich. Aktuelles Bildmaterial, welches Animal Rights Watch vorliegt und abseits von pressewirksam vorbereiteten Hochglanzställen erstellt wurde, zeigt die wahren Zustände in Deutschlands Kuhställen und untermauert die Ergebnisse der EU-Studie. Das Magazin MDR EXAKT berichtete am 17.11.2009 in der Sendung um 20:15 Uhr darüber und strahlte die grausamen Bilder des deutschen Kuhalltags aus.
Nicht artgerechte Haltungssysteme, mangelhaftes Management, kranke Kühe, gesundheitsschädliche Zucht: dies ist das Ergebnis der wissenschaftlichen Gutachten der EFSA vom Juli 2009. Die in der Studie bemängelten Haltungssysteme und nur auf höhere Milchleistung gerichtete Zucht sind in Deutschland, Europas Milchhersteller Nummer eins, Standard. Weidehaltung gehört schon lange der Vergangenheit an und ist nur noch in Ausnahmefällen anzutreffen. Die überwiegende Mehrzahl der 4,2 Mio. Milchkühe in Deutschland lebt ganzjährig in Boxenlaufställen. Nur die Phase zwischen Kindheit und Geschlechtsreife erleben einige Milchkühe in den Sommermonaten auf der Weide. Danach stehen sie ganzjährig auf glitschigen, verdreckten Böden in engen Stallungen und werden krank. Die Zucht auf maximale Milchleistung wird von der EU-Studie ebenso als Ursache für Krankheiten und Verletzungen kritisiert.
All das, was in der EU-Studie bemängelt wird, ist auf den Bildern zu sehen und in deutschen Ställen Alltag. Sehen Sie hier unser Filmmaterial dazu:
Details aus der wissenschaftlichen Untersuchung der „Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit“ EFSA: Ein zu geringes Platzangebot, schwere Bein- und Fußkrankheiten durch Betonböden oder nassen bzw. mit Gülle verschmutzen Böden, mangelhafte Pflege und Hygiene stellen laut Gutachten die größten Gefahren für die Verursachung von Bein- und Fortbewegungsproblemen bei Milchkühen dar. Die lahmen Kühe haben „Schmerzen und größere Schwierigkeiten bei der Bewältigung ihrer Lebensbedingungen… und sind anfälliger für reduzierte Fertilität, Mastitis und Stoffwechselkrankheiten“, schreibt die EFSA in ihrer Zusammenfassung. Die nicht artgerechten Bedingungen in Boxenlaufställen und Anbindeställen gepaart mit Managementfehlern sind danach die Ursache der schon als obligatorisch zu bezeichneten Krankheiten. Neben Bein- und Fußkrankheiten leiden Milchkühe laut EFSA häufig unter Euterproblemen. Nicht tiergerechte Ausgestaltung von Standplatz/Box und Platzmangel verursachen Trittverletzungen, unzureichende Hygenie und schlechte Melktechniken führen oftmals zu infektiösen Eutererkrankungen (Mastitis). Nicht nur die Haltungssysteme, sondern auch die auf hohe Milchleistung gerichtete genetische Auswahl sind der Kuhgesundheit abträglich. EFSA: „Langfristige genetische Auswahl mit dem Ziel hoher Milchleistung ist der Hauptfaktor, der bei Milchkühen schlechtes Wohlbefinden, insbesondere Gesundheitsstörungen, verursacht. Diese Auswahl hat auch zu Veränderungen der Körperform und -größe von Milchkühen und damit zu veränderten Anforderungen an ihr Verhalten und andere adaptive Mechanismen geführt. Der Platzbedarf der Milchkuh hat sich vergrößert, und ihre Verwundbarkeit durch mechanische Einwirkungen und Wunden auf den äußeren Teilen des Körpers, der Haut, den Gliedmaßen und den Klauen haben zugenommen.“ Die Lahmheit, Euterentzündungen und Fortpflanzungs- und Stoffwechselstörungen sind also auch die Folge einer krankhaften Zucht auf hohe Milchleistung. Zitat: „Es wurde festgestellt, dass die der Milchleistung zugrunde liegende genetische Komponente mit dem Auftreten von Lahmheit, Mastitis, Fortpflanzungs- und Stoffwechselstörungen positiv korreliert.“ Die Politik kennt die Zustände und macht nichts dagegen. Stattdessen unterstützt sie dieses System mit Direktzahlungen an die Landwirte, mit Schaffung eines nahezu rechtsfreien Raums für die 'Milch'kuhhaltung und mit steuerfinanzierten Werbekampagnen mit glücklichen Kühen auf grüner Wiese, um mit dieser Verbrauchertäuschung eine künstliche Nachfrage nach Kuhmilch zu erzeugen, die es ansonsten so nicht gäbe. Machen Sie nicht mit! Erweitern Sie ihren Speiseplan mit leckeren Kuhmilchalternativen wie Soja- oder Reismilch, Hafersahne oder veganer Schokolade. Viele Tipps dazu finden Sie unter www.v-heft.de. Helfen Sie uns dabei diese Zustände immer wieder ans Tageslicht zu bringen und unterstützen Sie unsere Arbeit durch Ihre Fördermitgliedschaft. Die deutsche Milchindustrie erzielte 2007 einen Umsatz von 23,6 Milliarden Euro mit rund 37.000 Beschäftigten und ist damit umsatzstärkste Lebensmittelbranche in Deutschland. Mit insgesamt rund 12,6 Millionen Tonnen exportierter Milch bzw. Milchprodukten war Deutschland im Jahre 2007 der größte Exporteur unter den EU-Ländern. In 2008 belief sich die durchschnittliche Milchleistung je Kuh und Jahr auf 6.827 Kg. Mehr zu diesem Thema: |




